Fahrradfreundlich

Radfahren in Malmö

Vor zwei Tagen rief das Fotomagazin kwerfeldein seine Leser dazu auf, ihr persönlich wichtigstes Foto 2016 zu zeigen und eine Beschreibung hinzuzufügen warum das so ist.

Auch ich kramte in meinem Archiv und hinterfragte mich bei einigen Motiven, warum dieses oder jenes mein Foto 2016 sein könnte. Irgendwann fiel meine Wahl dann auf einen gewöhnlichen Fahrradweg in der Südschwedischen Stadt Malmö, denn ich hatte noch genau das Gefühl in Erinnerung, warum ich an diesem Ort genau diese Aufnahme machte.
Ich wohne in Berlin und bin sehr viel mit dem Rad unterwegs. Das ist sozusagen mein Verkehrsmittel Nummer 1, um von A nach B zu gelangen. Nun war ich bis 2016 immer der Meinung, dass in Berlin ganz ordentliche Bedingungen für Radfahrer herrschen und sich in den letzten Jahren einiges positiv verändert hat. Meine Meinung änderte sich, als wir Malmö mit dem Rad erkundeten. Hier sind die Gründe:

In Malmö gibt es an allen Hauptstraßen asphaltierte 3 Meter breite Radwege, dass immer 2 Radfahrer nebeneinander fahren können. Es war nirgendwo holprig, das heißt zum Beispiel kein Kopfstein oder anderer nicht geeigneter Belag. Auch hatte ich sonst nie das Gefühl als Stadtunkundiger, dass es gefährlich ist in Malmö Rad zu fahren. Direkt an den Radwegen gab es Stationen, wo man unkompliziert seine Fahrradreifen aufpumpen konnte. Radwege führten gemeinsam mit Fußwegen (siehe Bild oben) durch Wohnviertel hindurch und kamen mit Autoverkehr nicht in Berührung. An wirklich jeder Kreuzung gab es Schilder, welche den Weg in und durch die einzelnen Stadtteile zeigten, so dass es schwerfiel sich zu verfahren. Vor jedem Gebäude gab es eine ausreichende Anzahl von Fahrradstellpätzen, am Hauptbahnhof sogar unterirdisch und bewacht.

Ich habe noch nie eine so große Stadt mit so viel Radverkehr und so wenig Autoverkehr gesehen. Malmö hat mir gezeigt, dass mehr Radverkehr die Lebensqualität steigert, was in Sachen fahrradfreundlich in einer Stadt möglich ist und wie weit meine Wahlheimat Berlin von solchen guten Bedingungen entfernt ist. Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass es in Malmö ein Fahrradleihsystem gibt und dass ich mir für einen Tag ein Fahrrad für umgerechnet 5 Euro ausleihen konnte. Fährt man über den Öresund nach Kopenhagen, sieht man in einer größeren Stadt, dass dort ähnliche Bedingungen vorzufinden sind. Obiges Bild erinnert daran, dass Radfahren in einer Stadt Spaß machen kann, und deshalb ist es eines der wichtigsten Fotos im Jahr 2016.

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